Felix: Ja, auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende. Dies haben wir mit unseren 4 Wochen zwar ganz gut hinausgezögert, aber auch uns erwartet dieses Schicksal bald. Doch die letzten Tage wollten wir nun (gerade) besonders genießen.
Nachdem wir uns als am Freitag morgen aus unserem Bett gequält hatten (das war wirklich nicht so einfach, denn der Bully stand ja auf einem Hang und wir mussten uns dafür bergauf arbeiten) folgte unser typisches Prozedere aus Frühstück, Waschen, Aufräumen und Umbauen. Wir wollten diesen Tag gemütlich am und auf dem Gardasee verbringen und so konnten wir uns Zeit lassen, denn es galt heute keine große Strecke mehr zu bewältigen.
Da wir ja beide Wasserratten sind, stand die Überlegung im Raum, ob wir uns nicht ein Boot leihen könnten und so auch auf und nicht nur im und am See den Tag zu verbringen. So fuhren wir das Ufer an, holten Angebote ein und erstellten dann eine Kosten-Nutzen-(Spaß)-Rechnung für Segel und Motorboote. Das Ergebnis viel doch etwas kleiner aus und wir mieteten uns ein Tretboot.
So konnten wir rausfahren und verbrachten ein paar Stunden mit Sonnen, Baden, Sonnen und Baden usw. um auch die letzten Flecken weißer Haut an unseren Körpern zu bräunen. Erst gegen späten nachmittag kamen wir wieder zurück um dann wieder unseren Bully als Fortbewegungsmittel zu nutzen. Aber wohin?
Es gab da schon einen angedachten Plan und der sah wie folgt aus: Die Nacht noch am Gardasee verbringen, Samstag nach München zu V’roni und mit ihr Feiern und Sonntag von München nach Hause. Nun haben wir uns nicht immer an unsere Planungen gehalten (wie ihr vielleicht schon mal bemerkt habt) und auch dieser Plan sollte bald eine Änderung erfahren, denn leider hatte V’roni keine Zeit für uns. Also erstmal an die Tankstelle, denn irgendwie ist schon wieder der ganze Diesel verschwunden gewesen und während der ein oder andere Liter in den Tank floss, machten wir einen neuen Plan.
Wenig später stand unser Navi auf Mailand und wir waren auf der Autobahn. Treffen mit Elisa war für späten Abend angesetzt und so hatten wir noch etwas Zeit, uns wenigsten ein bißchen die Stadt anzugucken. Natürlich hatten Burg und Dom schon zu, aber auch von außen waren dies sehr sehenswerte Gebäude. Bald lernten wir aber auch das kennen, wofür Mailand noch bekannt ist, und damit meine ich nicht DAS bekannte Abendmahl, sondern die Finanzierungspläne beim eigenen Abendessen. Denn Mailand hat besseres zu tun als durch osteuropäische Preise zu überzeugen und mit unserem Kocher und Dosen hatten wir hier auch keinen Erfolg.
Wir fanden aber dennoch ein nettes Restaurant und entschieden uns für zwei Pizzen nebst Getränken für
schlappe 30,- Euro (Vergleiche Menü Albena) Gut gestärkt machten wir uns auf zum vorher vereinbarten Treffpunkt und ziemlich schnell wurde auch Philipps Prophezeihung wahr “Wir brauchen uns übrigens gar nicht zu beeilen, Elisa verspätet sich sowieso um eine Stunde!” So fanden wir uns schon einmal an einem Tisch im “Living” ein und gaben unsere Bestellung auf. Eine Sprite und einen Vodka-Bull. Die Getränke kamen und die Rechnung auch: 7 Euro für die Sprite (nein, nein, es war kein Faß es war eine dieser 0,2 Liter Flaschen) und 10 Euro für die Vodka-Bull (sehr interessante Preisstruktur) und während wir nun da saßen und genossen und das Mailänder Flair auf uns wirken ließen, kam leider auch die Absage von Elisa.
Bevor wir aber nun einen Platz zum Wildcampen in Mailand suchen, hatten wir schon wieder andere Pläne. Die Berge der Schweiz riefen! Also Auto aus dem Parkplatz abgeholt. Natürlich waren aus den vorher zweimal abgeklärten 2 Euro pro Tag durch den Schichtwechsel 4 Euro pro Stunde geworden. (auch eine Art von Mailänder Flair) aber so wurden wir jetzt endlich mal richtig als Touristen abgezockt. Vielen Dank!
Und Nachts ging es auf die Autobahn nach Arosa, wo wahrscheinlich meine Schwester Mareike auf uns warten würde. So genau wussten wir das leider nicht, weil natürlich ihr Handy leer und ohne Guthaben war und wir daher keine ausführlichen Gespräche mit ihr führen konnten. Wir verließen uns einmal mehr auf unser Glück und als wir um 3 Uhr auf dem Parkplatz ihr Auto entdeckten, waren wir ganz zufrieden. Jetzt kam nur der recht unangenehme Teil des Wachklingelns (für sie jedenfalls). Nach ca. 5 versuchen war auch dies geschafft und es folgte eine Wortwechsel, den ich hier gerne mal veröffentlichen möchte:
Mareike: “Felix??? Was soll der Quatsch?!”
Felix: “Hey Schatz! wir dachten wir kommen dich mal besuchen.”
Mareike: “Ich denk ihr seid in Mailand!”
Philipp: “Ne, da waren uns die Getränke zu teuer!”
Mareike: “Reinkommen, Gemütlich machen, Gute Nacht!”
Und so erwartete uns eine sehr gemütlich Nacht in richtigen Betten, auf richtigen Matratzen in der herrlichen Aroser Luft. Nur etwas kurz waren die Betten “Philipp, kannst du mir mal die Küchenkiste ans Fußende stellen, ich kann dann besser schlafen!” Aber da dies nicht möglich war, begnügten wir uns mit einer weiteren Rund “Ich würde etwas sehen, wenn ich jetzt was sehen würde, was du nicht sehen würdest, wenn du etwas sehen würdest und wir jetzt im Bully wären” und schliefen nach dieser Art Gehirnjogging bald ein.
Am nächsten Tag wartet die Sonne vor einem herrlich dunkelblauen Himmel auf uns. So sind wir schnell aus unseren Betten aufgestanden und runter in den Ort um fürs Frühstück zu sorgen. (irgendwie mussten ja einiges wieder gut machen bei Mareike). Unsere vorletztes Frühstück unserer Reise sollte auch etwas besonderes sein und so kauften wir ordentlich ein, um dann den Esstisch entsprechend zu füllen.
Dann ab in die Seilbahn und rauf auf den Gipfel. Unsere höchster Punkt der Reise mit 2513 M ü NN. Übrigens haben wir beide zum ersten Mal eine Seilbahn in kurzen Hosen betreten, was uns schon sehr verwirrt hat. Es folgte ein herrlicher Abstieg bei Sonnenschein und wundervollen Ausblicken ins Bergpanorama. Alles in allem ein runder und wundervoller Abschluss unserer Reise. Abends gab es dann noch ein letztes Mal Spaghetti Bolognese, bevor wir es uns vor dem Fernseher gemütlich machten (auch das erste mal nach 4 Wochen) um mit Hugh Grant und Julia Robberts mitfühlten. Und irgendwann ins Bett fielen.